Zu sehen auf diesem Bild ist der nackte Rücken einer Frau mit ausgeprägten Symptomen der Weißfleckenkrankheit.
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Vitiligo – Weiße Flecken auf der Haut

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Bei gesunden Menschen schützen Pigmente die Haut vor der UV-Strahlung der Sonne. Diesen Schutz verliert die Haut, wenn Menschen an Vitiligo erkranken, der Weißfleckenkrankheit. Dieser Ratgeber beleuchtet Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Tipps für den Umgang mit der Erkrankung für Betroffene.

In der menschlichen Haut sorgen die sogenannten Melanozyten für das Pigment Melanin, das unser wichtigster Schutz vor der UV-Strahlung der Sonne ist. Bei einigen Menschen sterben diese pigmentbildenden Zellen ab. Wenn das passiert, entstehen auf der Haut an diesen Stellen weiße Flecken. Denen verdankt die Erkrankung ihren Namen „Weißfleckenkrankheit“, auch Vitiligo genannt. „Vitiligo ist eine chronische Hauterkrankung, bei der die pigmentbildenden Zellen der Haut zerstört werden. Warum dies passiert, ist noch nicht vollständig geklärt. Es gibt Hinweise auf eine autoimmune Entzündung in der Haut. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass das Phänomen häufig gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen auftritt, darunter Schilddrüsenerkrankungen, kreisrunder Haarausfall oder auch rheumatoide Arthritis“, erläutert Dr. Utta Petzold, Dermatologin bei der BARMER. Aus dermatologischer Sicht sollte daher bei Vitiligo immer auch nach weiteren möglichen Autoimmunerkrankungen gesucht werden. Im Gegensatz zur Weißfleckenkrankheit, die vor allem ein für die Betroffenen belastendes kosmetisches Problem darstellt, können bestimmte Autoimmunerkrankungen auch innere Organe angreifen.

Was tun bei Vitiligo?

Auch wenn Vitiligo derzeit nicht heilbar ist, so lässt sich die Krankheit doch mit einer ganzen Reihe von Therapieoptionen behandeln. „Die Therapie hat in den vergangenen Jahren gute Fortschritte gemacht. In Frage kommen verschiedene hochwirksame Medikamente, aber auch eine gezielte UV-Lichttherapie oder in bestimmten Fällen ein chirurgischer Eingriff. Patientinnen und Patienten sollten sich darüber bei einem Hautarzt oder einer Hautärztin informieren“, sagt Petzold. Auf jeden Fall wichtig ist dabei neben einer genauen Abwägung der Vor- und Nachteile einer Therapie viel Geduld bei Patientinnen und Patienten. Denn viele Therapien dauern zum Teil Monate.
 
Ein weiteres wichtiges Element sind unterstützende Maßnahmen wie medizinische Kosmetik, mit der Vitiligoherde abgedeckt werden können. Das soll die große psychische Belastung mildern, unter der Betroffene leiden, gerade Heranwachsende. Daneben ist laut Petzold vor allem ein konsequenter, fast schon penibler Sonnenschutz entscheidend. „Die Haut ist an den scharf umrissenen weißen Flecken der UV-Strahlung schutzlos ausgesetzt. Betroffene müssen also immer darauf achten, dass betroffene Hautstellen vor unkontrollierter UV-Strahlung geschützt werden, entweder durch Kleidung oder UV-Schutzmittel“, argumentiert Petzold. Außerdem ist es sinnvoll, die Bräunung der umliegenden, gesunden Hautbezirke zu vermeiden, damit der Kontrast zum Vitiligoherd nicht noch größer und die Vitiligo dadurch noch sichtbarer wird. Auch Verletzungen und Stress wirken sich negativ auf den Verlauf der Erkrankung aus. 

Vitiligo-Betroffene können jedoch selbst zu Experten in eigener Sache werden und dabei von den Erfahrungen anderer Betroffener profitieren. Selbsthilfegruppen sind deshalb eine wichtige Anlaufstelle für Patentinnen und Patienten, sagt Petzold. Eine vollständige Heilung ist damit nach heutigem Stand noch nicht möglich. Aber zumindest lässt sich die Krankheit heutzutage soweit in den Griff bekommen, dass Betroffene etwas besser mit den Flecken auf ihrer Haut leben können.