Der Gesundheitsmanager ist in die Barmer-App integriert und erinnert an wichtige Vorsorgeuntersuchungen, auch ans Impfen.
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Sachsen und Sächsinnen vernachlässigen die Vorsorge - Zu wenige nutzen einen Gesundheits-Check-Up

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Dresden, 16. Juli 2024 – Die Einwohnerinnen und Einwohner Sachsens ab 35 Jahren nehmen Vorsorgeuntersuchungen seltener wahr als im bundesweiten Durchschnitt. Das zeigen Auswertungen von Abrechnungsdaten durch das Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung. 

Demnach war in den Jahren 2021 und 2022 jeweils etwa nur jede und jeder Sechste beim Gesundheits-Check-Up. „Leider sehen wir in unseren Daten seit 2014 einen Abwärtstrend bei der Inanspruchnahme dieser Vorsorgeuntersuchung“, sagt Monika Welfens, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen. Der Freistaat liege im Ländervergleich, im Jahr 2022, an vorletzter Stelle, nur in Baden-Württemberg nutzten noch weniger diese Früherkennungsuntersuchung. „Der kostenlose Gesundheits-Check-up für Menschen ab 18 dient zur Früherkennung von weitverbreiteten Erkrankungen. Damit sollen gesundheitliche Risiken und Belastungen erfasst und bewertet und der Impfstatus überprüft werden“, sagt die Barmer Landeschefin. Viele Krankheiten würden sich unbemerkt ins Leben schleichen, beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Typ 2. „Umso wichtiger ist es, gesundheitliche Risiken möglichst frühzeitig zu entdecken. Denn Vorsorge ist immer besser als Nachsorge“, so Welfens. Durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen könne die Ärztin oder der Arzt erste Anzeichen erkennen und gegensteuern.  

Alle drei Jahre zur Vorsorge – was wird gemacht?

Der Gesundheits-Check beinhaltet ein ärztliches Vorgespräch, die sogenannte Anamnese. Darin geht es um eventuell vorhandene Beschwerden, chronische Erkrankungen oder Krebsfälle in der Familie sowie um den individuellen Impfschutz. Darüber hinaus thematisiert der Arzt Ernährungsgewohnheiten, Sport und Bewegung sowie den Alkohol- und Nikotinkonsum. Im Anschluss erfolgen verschiedene körperliche Untersuchungen wie das Abhören von Herz und Lunge, das Messen von Puls und Blutdruck sowie das Beurteilen des Bewegungsapparats, der Haut, der Sinnesorgane und der psychischen Verfassung. Zusätzlich werden Blut und Urin untersucht. „Versicherte ab 35 Jahren können diese Vorsorge alle drei Jahre in Anspruch nehmen. Seit April 2019 haben auch Versicherte im Alter von 18 bis 34 Jahren einmalig Anspruch auf diese Untersuchung. In Sachsen hat das im Jahr 2022 etwa jede und jeder Zwanzigste in dieser Altersgruppe wahrgenommen. Hier ist noch viel Potenzial. Ich kann nur dazu ermuntern, diese Vorsorgemöglichkeit stärker zu nutzen“, so Welfens.

Gesundheits-Checks sind kostenfreie Kassenleistung

Der Gesundheits-Check-Up ist für alle Altersgruppen ab einem Alter von 18 Jahren Kassenleistung. Darüber hinaus gibt es weitere Gesundheits-Checks, etwa für Versicherte ab 50 Jahren zur Darmkrebs-Früherkennung sowie spezielle Vorsorgeuntersuchungen für Frauen und Männer. Barmer-Versicherte können mit der Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen im Rahmen des Bonusprogramms Punkte sammeln und in Prämien umwandeln. Zudem bietet die Barmer ihren Versicherten kostenlose Online-Kurse, um die eigene Gesundheit zu unterstützen und zu verbessern.

Nach Auswertungen des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg.) lag die Quote der Inanspruchnahme von Check-Up-Untersuchungen in Sachsen, in den Jahren 2014 bis 2018 noch zwischen 23 und 22 Prozent. Danach habe sie drastisch abgenommen. Am häufigsten seien zuletzt die Menschen in Berlin und im Saarland (21,6 Prozent) sowie in Bremen (21 Prozent) zum Check-Up gegangen. Damit lebten aktuell die Vorsorgemuffel in Baden-Württemberg und auch in Sachsen.

Datenquelle: Barmer-Daten 2010–2022, standardisiert bzw. hochgerechnet basierend auf Angaben des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerung in Bundesländern nach Geschlecht und Altersgruppen im jeweiligen Jahr.
 

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