Ein Arzt und eine Pflegerin mit einer Patientin im Krankenhaus
Neue Krankenhausplanung in Brandenburg

Qualität mit Leistungsgruppen stärken

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  • Brandenburg steht vor der Aufgabe, die Krankenhausreform umzusetzen und die Krankenhausplanung auf leistungsgruppenbasierte Strukturen umzustellen.
  • Aus Sicht der BARMER muss diese Reform genutzt werden, um die Patientensicherheit und -orientierung zu stärken, die Versorgung langfristig zu sichern und knappe Fachkräfte gezielter einzusetzen.
  • Zugleich muss die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung erhalten bleiben.
  • Die Krankenkasse spricht sich für transparente Entscheidungen, einen breiten Dialog aller Beteiligten und eine konsequente Ausrichtung der Kapazitäten und Ressourcen am Versorgungsbedarf aus.
  • BARMER-Landeschefin Leyh forderte anlässlich einer gesundheitspolitischen Veranstaltung der Kasse mit Gesundheitsminister René Wilke (SPD) eine Krankenhausplanung, die Patientensicherheit, Patientenorientierung, Erreichbarkeit und wirtschaftliche Stabilität gleichermaßen berücksichtigt.

 

Potsdam, 29. Oktober 2026 – Mit der Umsetzung der Krankenhausreform steht das Land Brandenburg in den kommenden Jahren vor einer grundlegenden Neuausrichtung seiner Versorgungslandschaft. Ziel der Umgestaltung soll es sein, mit der Umstellung der Krankenhausplanung auf Leistungsgruppen, die Qualität der Behandlung durch Spezialisierung und Konzentration weiter zu verbessern und damit Wirtschaftlichkeit für eine verlässliche Versorgung in allen Landesregionen sicherzustellen. Die BARMER sieht darin eine Chance für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung. „Die aktuelle Krankenhausreform bietet die Möglichkeit, die notwendigen Entscheidungen gemeinsam zu treffen, um die ansonsten gefährdete Versorgung dauerhaft auf tragfähige Füße zu stellen. Entscheidend ist, dass die Menschen auch künftig die medizinische Hilfe erhalten, die sie benötigen, unabhängig davon, wo sie leben“, sagte Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Berlin und Brandenburg anlässlich einer gesundheitspolitischen Veranstaltung der Krankenkasse zur Zukunft der Krankenhausversorgung am Donnerstag in Potsdam. René Wilke, Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg, richtete zu Beginn ein Grußwort an die Teilnehmer und diskutierte anschließend im Rahmen einer moderierten Podiumsrunde über die Zukunft der Klinikreform in der Region.

Qualität und Erreichbarkeit gemeinsam sichern

Nach Auffassung der BARMER stehen die Sicherung einer flächendeckenden Grund- und Notfallversorgung sowie die Stärkung der medizinischen Qualität nicht im Widerspruch zueinander. Vielmehr müssten beide Ziele zusammen gedacht werden. Die gesetzliche Krankenversicherung verfolge deshalb für Brandenburg das Zielbild einer wohnortnahen Grundversorgung bei gleichzeitiger Konzentration komplexer und hochspezialisierter Leistungen auf besonders geeignete Standorte. „Wer mit einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einem anderen akuten Notfall medizinische Hilfe braucht, muss diese schnell in dem dafür qualifizierten Krankenhaus erhalten. Zugleich profitieren Patientinnen und Patienten bei komplexen Eingriffen von spezialisierten Kliniken mit großer Erfahrung und entsprechender Ausstattung“, sagte Leyh. Studien würden seit Jahren zeigen, dass die Behandlungsqualität häufig dort besonders hoch sei, wo medizinische Teams bestimmte Eingriffe regelmäßig und in größerer Zahl durchführen. Deshalb sei eine gezielte Bündelung ausgewählter Leistungen an bestimmten Standorten aus wissenschaftlicher Sicht absolut sinnvoll.

Krankenhausplanung braucht klare Entscheidungen

Das Land Brandenburg arbeitet derzeit nach Angaben der Landesregierung an seinem fünften Krankenhausplan. Demnach liegen bereits rund 850 Anträge für Leistungsgruppen vor, die aktuell geprüft und bewertet werden. Die Ergebnisse sollen dann durch das Landesgesundheitsministeriums in mehreren Gebietskonferenzen vorgestellt und diskutiert werden. Zu den Beteiligten sollen unter anderem Kommunen, Krankenhäuser, Kassen und weitere Akteure des Gesundheitswesens gehören. Aus Sicht der BARMER kommt es darauf an, die vorhandenen Versorgungsangebote konsequent am tatsächlichen Bedarf auszurichten. „Die Menschen erwarten eine hochwertige Versorgung. Dafür braucht es nachvollziehbare Entscheidungen, klare Kriterien und ein gutes Zusammenwirken. Neben der Erreichbarkeit müssen insbesondere Qualität, Fachkräfteverfügbarkeit und die langfristige Stabilität der Standorte berücksichtigt werden. Wenn Krankenhäuser miteinander Kooperationen schließen, müssen sich Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige auf die strikte Einhaltung verlassen können“, forderte Leyh. Wie die BARMER-Landeschefin weiter erklärte, gehe es nicht um einen pauschalen Abbau von Krankenhausstandorten. Vielmehr müsse die Krankenhausplanung eine qualitätsorientierte Aufgabenteilung zwischen Standorten fördern und zugleich eine verlässliche Versorgung in allen Regionen Brandenburgs sicherstellen.

Reform gemeinsam gestalten

Die BARMER begrüßt, dass die Landesregierung bei der Krankenhausplanung einen dialogorientierten Ansatz gewählt hat. Nach Angaben des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt sollen die Gebietskonferenzen einen wichtigen Beitrag leisten, um künftige Versorgungsaufträge in den Regionen transparent vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. „Eine Reform dieser Größenordnung kann nur erfolgreich sein, wenn sie gemeinsam gestaltet wird. Politik, Kliniken, Kommunen und Kassen tragen eine gemeinsame Verantwortung für die Versorgung der Menschen im Land“, sagte Leyh. Sie betonte, dass auch die zunehmende Ambulantisierung berücksichtigt werden müsse. Viele Eingriffe könnten heute ambulant erfolgen, die noch vor wenigen Jahren einen stationären Aufenthalt erfordert hätten. Das müsse sich auch in einer bedarfsgerechten Kapazitäts- und Ressourcenplanung widerspiegeln.

Versorgung langfristig zukunftsfest machen

Der demografische Wandel, der Fachkräftemangel und die finanziellen Herausforderungen vieler Kliniken machen nach Einschätzung der BARMER eine Modernisierung der Versorgungsstrukturen zwingend erforderlich. Zugleich eröffnen Krankenhausreform und Transformationsfonds die Möglichkeit, Versorgungsangebote gezielt weiterzuentwickeln und an die Anforderungen der Zukunft sach- und bedarfsgerecht anzupassen. „Die Weichen für die Krankenhausversorgung der kommenden Jahrzehnte werden jetzt gestellt. Unser gemeinsames Ziel muss eine Versorgung sein, die für die Menschen gut erreichbar ist, medizinisch hohe Qualität bietet, langfristig tragfähig bleibt und gute Arbeitsbedingungen bestehen“, sagte Leyh. „Brandenburg braucht starke Krankenhäuser mit klaren Aufgaben und Planungssicherheit.“

Diese Pressemitteilung steht auch im Presseportal der BARMER-Landesvertretung Berlin/Brandenburg zum Download bereit.

Pressekontakt:

Kai Fortelka
Pressesprecher der BARMER für Berlin und Brandenburg
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