Barmer-Arztreport 2026: Massiver Anstieg an Endometriose-Fällen in Sachsen-Anhalt
- Die Anzahl der Frauen mit gesicherten Endometriose-Diagnosen in Sachsen-Anhalt hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt.
- Im Jahr 2024 erhielten 13.172 Frauen in Sachsen-Anhalt eine Endometriose-Diagnose.
- Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen-Anhalt: „Endometriose wird inzwischen häufiger erkannt, wodurch Betroffene schneller Gewissheit über ihre Erkrankung erhalten. Umso wichtiger ist es, ihnen zügig eine dauerhaft angelegte Behandlung zu bieten, die auf ihre persönliche Lebenssituation zugeschnitten ist.“
Magdeburg, 1. Juli 2026 – Die Anzahl der Frauen mit gesicherten Endometriose-Diagnosen in Sachsen-Anhalt hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Das geht aus dem aktuellen Arztreport der Barmer hervor. Demnach gab es im Jahr 2005 rund 6.500 Betroffene. Im Jahr 2024 waren es bereits rund 13.200. „Endometriose ist viel stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen. Somit wird die Diagnose früher gestellt, und für betroffene Frauen entfallen Jahre der Ungewissheit. Wichtig ist, dass die Frauen rasch eine passgenaue und langfristige Therapie erhalten, die sich stets auch an den individuellen Umständen orientiert. Ärztinnen und Ärzte sollten hierfür noch stärker mit Endometriose-Zentren zusammenarbeiten“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen-Anhalt. Die Therapie müsse nicht nur die Symptome im Blick behalten, sondern auch mögliche Organschäden beispielsweise am Darm. Zudem müsse ein möglicher Kinderwunsch berücksichtigt werden. Ziel sei, die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern. Das sehe auch die seit dem vergangenen Jahr aktualisierte Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der Erkrankung so vor.
Regionale Unterschiede zeigen Bedarf an weiterer Aufklärung
Der Report zeigt deutliche regionale Unterschiede. In Berlin (1.618 je 100.000 Frauen), Hamburg (1.463) und Nordrhein-Westfalen (1.326) liegt die Endometriose-Diagnoserate weit über dem Bundesschnitt (1.212). In Thüringen und Sachsen liegt sie mit 939 bzw. 965 je 100.000 Frauen weit darunter. Sachsen-Anhalt weicht um ein Prozent vom Bundesschnitt ab. Hier sind 1.206 je 100.000 Frauen von einer Endometriose-Diagnose betroffen. „Viele Frauen halten ihre Beschwerden für starke Regelschmerzen und suchen deshalb nicht frühzeitig ärztliche Hilfe. Die regionalen Unterschiede zeigen, dass wir mehr Aufklärungsarbeit leisten müssen“, so Dziuk. In dicht besiedelten Gebieten würden Ärzte Endometriose häufiger diagnostizieren als in ländlichen Regionen.
Deutliche Zunahme an Krankenhausbehandlungen
Laut Arztreport stiegen die Krankenhausbehandlungen seit dem Jahr 2005 um mehr als 80 Prozent auf rund 38.000 Fälle bundesweit an. „Aufgrund der aktualisierten Leitlinie könnte sich die Anzahl der Krankenhausbehandlungen bei Endometriose in den kommenden Jahren verringern. Anstatt der Bauchspiegelung mit Gewebeentnahme sieht sie nicht-invasive bildgebende Verfahren zur Erkennung vor“, sagt Dr. Irina Pfeifer vom Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte in Sachsen-Anhalt.
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